Die Grundlagen

Wie Narrative funktionieren

Um wirksam mit Narrativen zu arbeiten, müssen wir zuerst klären, was wir genau darunter verstehen.

Narrative sind die gemeinsamen Deutungsrahmen, durch welche Menschen die Welt verstehen. Sie prägen, wie wir begreifen, was um uns geschieht, wer verantwortlich ist und welche Zukunft uns möglich erscheint. Narrative prägen auch unsere Identität. Sie signalisieren, wer «wir» sind, was «uns» wichtig ist und welche Handlungen zu «uns» passen. Deshalb wirken Narrative meist unterhalb der Ebene der Argumentation. Menschen bewerten Narrative selten auf dieselbe bewusste Weise wie Sachbehauptungen. Sie stimmen entweder mit dem eigenen Empfinden überein oder nicht. Genau das macht Narrative zentral für gesellschaftliches Engagement: Sie entscheiden mit, ob eine Person ihre Aufmerksamkeit auf etwas richtet, sich betroffen fühlt und für sich selbst eine Rolle im Handeln sieht.

Geschichten sind hingegen die konkreten Erzählungen – mit Figuren und Handlungen – die ein Narrativ greifbar machen. Leute erleben Narrative durch Geschichten. Jede Geschichte ist anders, doch zusammen erwecken sie ein Narrativ zum Leben.

Beispiel:

Narrativ: «Klimalösungen schaffen Wohlstand und Arbeitsplätze in unseren Gemeinden.»

Geschichten, die das veranschaulichen:

  • Eine ländliche Gemeinde baut einen Windpark und finanziert mit den Einnahmen eine neue Schule
  • Eine Familie halbiert ihre Energiekosten durch die energetische Sanierung ihres Hauses